Ökonomiegebäude in Vollbrand , F3

Ökonomiegebäude in Vollbrand , F3

Rund 500 Tonnen Äpfel vernichtet: Entsorgung des Brandschutts noch nicht geklärt

Nach dem verheerenden Brand in einer Obsthalle in Mühlhofen war die Feuerwehr auch am Mittwoch noch damit beschäftigt, Brandnester zu löschen. Der Schaden liegt bei rund zwei Millionen Euro.

Die Apfelernte war bei dem landwirtschaftlichen Betrieb an der Ecke Hallendorfer Straße/Kanalweg besser ausgefallen als zunächst erwartet, jetzt wurde sie völlig vernichtet: Rund 500 Tonnen Äpfel sind durch den Großbrand in einem Ökonomiegebäude, einem sogenannten CA-Lager, am Mittwochnachmittag im Ortsteil Mühlhofen vernichtet worden. Obwohl einige Erntehelfer vor Ort waren, wurde niemand verletzt, aber der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 2 Millionen Euro: 1,5 Millionen Euro für die Obstlagerhalle, in dem die Äpfel gekühlt und in einer sauerstoffreduzierten Atmosphäre gelagert worden waren, und 500 000 Euro für das zerstörte Kernobst. Die Polizei vermutete am gestrigen Donnerstag, als die Feuerwehr nach wie vor mit Nachlöscharbeiten beschäftigt war, einen technischen Defekt als Brandursache.

Es war am Mittwoch gegen 15.45 Uhr, als Eigentümer Thomas Löhle die Feuerwehr alarmierte. Infolge der Einsatzmeldung mit dem Stichwort „Feuer 3 Ökonomiegebäude“ wurde Großalarm ausgelöst und sehr viele Einsatzkräfte angefordert: 105 Feuerwehrleute aus Uhldingen-Mühlhofen, Salem, Meersburg, Überlingen, Daisendorf und Markdorf waren im Einsatz, außerdem neun Personen des Deutschen Roten Kreuzes sowie sechs Polizeibeamte. Nach Darstellung von Einsatzleiter Ewald Moser, Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen, stand beim Eintreffen der Rettungskräfte der aachseitige Gebäudeteil bereits im Vollbrand. Die Feuerwehr musste als erstes die umliegenden Wohn- und Betriebsgebäude vor einem Übergreifen der Flammen schützen. „Das war sehr erfolgreich, die Gebäude haben kein Schaden erlitten“, so Moser.

Die erforderlichen großen Löschwassermengen wurden mit mehreren Pumpen aus der nahegelegenen Aach entnommen und über Schlauchleitungen zur Brandstelle gefördert. Den Ablauf des Einsatzes bezeichnete der Hauptbrandmeister als „sehr gelungen“, die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst als „vorbildlich“.

Als Problem bezeichnete Moser, dass ein Großteil der 1500 Kunststoffkisten Feuer gefangen hatten, die aber von der Wehr gar nicht alle hätten erreicht werden können. Beim Auseinanderziehen der Kisten gerieten diese immer wieder in Brand. Moser: „Hier gab es immer wieder neue Brandnester.“ Beim gestrigen Ausräumen des Gebäudes tauchte ein weiteres Problem auf: Wohin mit dem Brandschutt? Die Kisten, die alle einzeln mit einem Bagger aus der Halle entfernt und zerkleinert werden mussten, sollen nach Lagerung in einem Container einer Verbrennungsanlage zugeführt werden. Außerdem wurden die mit Brandschutt vermischten Äpfel aus der Halle geholt. Mit dem Umweltamt und dem Amt für Wasser- und Bodenschutz sollte gestern geklärt werden, was mit den kontaminierten Äpfeln geschehen soll. Moser hoffte gestern auf eine zügige Lösung. „Aber wir sprechen hier von 500 Tonnen.“ Der Entsorgungsweg müsse noch geklärt werden, „jetzt aber brauchen wir erst eine Zwischenlagerstätte, weil der Saft der Äpfel nicht in das Erdreich beziehungsweise Gewässer gelangen darf“.

Und noch eine Gefahrenquelle sprach Moser an: Reste der Fotovoltaikanlage produzierten auch gestern noch Strom. Zwar ist ein Großteil der Anlage und die Wechselrichter verbrannt, aber Module sind noch vorhanden. „Dort, wo die Module sind, ist mit Sicherheit noch mit Strom und Spannung zu rechnen. Also sind hier noch Gefahren vorhanden für die Einsatzkräfte.“ Moser rechnete gestern Vormittag zunächst damit, dass Teile seiner Manschaft auch am heutigen Freitag noch vor Ort sein müssen. Doch gegen 17.15 Uhr war der Brand dann doch restlos gelöscht. „Wir bauen jetzt ab“, teilte er dem SÜDKURIER mit.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung und möglicher gesundheitsgefährdender Dämpfe hatte Ewald Moser vorgestern die schwächste von mehreren Alarmstufen auslösen lassen. Anwohner waren gebeten worden, sich von dem Einsatzort fern und Fenster und Türen geschlossen zu halten. „Aufgrund der Tatsache, dass hier viel Kunststoff und Teile der Fotovoltaikanlage verbrannt sind, waren wir von zusätzlichen Giftstoffen ausgegangen“, so Moser. Er wies auf den entstandenen starken Ascheregen und auf die im Dorf niedergegangenen verbrannten Fetzen hin. „Das war uns einfach zu gefährlich, daher haben wir die Bevölkerung gewarnt.“ Im Laufe des gestrigen Vormittags wurde die Warnmeldung wieder aufgehoben, nachdem entsprechende Messungen unter anderem an Schule und Kindergarten keine Belastungen mehr festgestellt hatten.

Quelle, Bericht: Suedkurier

Bilder siehe unten:

Einsatzart: Ökonomiegebäude in Vollbrand , F3
Kurzbericht:
Einsatzort: Mühlhofen, Kanalweg
Alarmierung: am 20.09.2017 um 15:45Uhr
Fahrzeuge
am Einsatzort:
MTW mit Führungsausstattung
HLF 20-16
DLK 23-12
LF 16/12
GW-T
KdoW
MTW
alarmierte
Einheiten:
Freiwillige Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen
Führungsgruppe
Freiwillige Feuerwehr Salem
Freiwillige Feuerwehr Meersburg
Freiwillige Feuerwehr Daisendorf
Freiwillige Feuerwehr Überlingen
Freiwillige Feuerwehr Markdorf
DRK Rettungsdienst Bodensee-Oberschwaben
DRK Uhldingen
DRK Meersburg
DRK Überlingen
Kreisbrandmeiser + Stellvertreter
Polizei
Einsatzkräfte: ca. 105 über alle Feuerwehren

(lbe)