Abteilungen

Bis 2009 hatte die Freiwillige Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen, bestehend aus den Feuerwehrabteilungen:

  • Oberuhldingen,
  • Unteruhldingen und
  • Mühlhofen,

jeweils ein eigenes Feuerwehrgerätehaus in ihren Ortsteilen und die Jugendfeuerwehr hatte einen Jugendraum im Feuerwehrgerätehaus Oberuhldingen.

Seit dem 24. Oktober 2009 sind nun alle in einem zentralen neuen Feuerwehrhaus untergebracht. Hier finden Sie Informationen zu den alten Abteilungen, die formell weiterhin bestehen geblieben sind.

Auf den 01 Januar 2014 wurden nun die Abteilungen entgültig aufgelöst. Seit diesem Zeitpunkt besteht nur noch die Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen und die Jugendfeuerwehr Uhldingen-Mühlhofen die weiterhin als Abteilung geführt wird.

Die letzten Abteilungskommandanten waren:

Abteilung Oberuhldingen:     Gerhard Enderle

Abteilung Unteruhldingen:    Rudi Koslowski

Abteilung Mühlhofen:             Ralf Weckerle

 

Abteilung Oberuhldingen

Altes Gerätehaus Oberuhldingen

Altes Gerätehaus Oberuhldingen

Am 3. Juni 1883 wurde in einer Versammlung im Rathaus in Oberuhldingen der Beschluß gefaßt, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Man stellte gleich eine Löschmannschaft auf und kam überein, die Anschaffung von gleichen Mützen und Drillichjacken „aus dem eigenen Sack“ zu bestreiten, was jedoch die Gemeinde später zurückerstattete.

Am 10. September 1883 wählte man unter der Leitung von Bürgermeister Schneider den Verwaltungsrat der Feuerwehr. Jedes Mitglied der Feuerwehr hatte monatlich 10 Pfennige an die Feuerwehr-Kasse zu entrichten. Dieser Betrag wurde im Laufe der Jahre immer wieder erhöht. Mit der Probenarbeit wurde sogleich begonnen. Die Ausrüstung der Feuerwehrmänner wurde nur nach der Notwendigkeit, oft unter schwierigen finanziellen Opfern des einzelnen und der Gemeinde ergänzt.

Die Stiftungskommission der Pfarrgemeinde Seefelden besaß in der Pfarrscheuer eine Feuerwehrspritze. Sie wurde 1884 ohne deren Wissen nach Oberuhldingen gebracht und mußte nach Anordnung des Oberstiftungsrates und des Großherzoglichen Bezirksamtes wieder zurückgebracht werden.

Am 30.08.1888 wurde die Anschaffung einer Saugspritze für 1.750 Mark beschlossen.

1897 beschaffte man eine Leiter.

Im Juni 1944 wird vom Kauf einer Motorspritze berichtet.

1954 wurde eine neue Alarmsirene installiert. In verschiedenen Protokollen wird auch vom dienstlichen Verhalten mancher Feuerwehrkameraden berichtet. Der eine wird wegen dienstwiedrigen Benehmens ausgeschlossen und der Pflichtfeuerwehr zugeteilt. Ein anderer muß wegen anstandswiedrigem Verhalten vor dem gesamten Corps Abbitte leisten. Das unentschuldigte Fernbleiben vom Dienst wurde mit einer Geldstrafe geahndet, deren Höhe in den Generalversammlungen festgelegt wurde.

In den vergangenen 115 Jahren hat auch das politische Geschehen in der Feuerwehr seinen Niederschlag gefunden. Vier politische Systeme veränderten die Dienstgrade und die Satzungen. Besonders tiefgreifende Veränderungen wurden in 3. Reich vorgenommen: Am 7.12.1936 wurde die alte Satzung außer Kraft gesetzt und eine neue Satzung „angenommen“. Man bekam jetzt einen einen Führerrat mit dem Führer der Wehr, seinem Stellvertreter, Schriftführer, Kassenwart und Gerätewart. Die freiwillige Feuerwehr mußte im Vereinsregister gestrichen werden (10.2.1940). Die Wehr wurde danach nicht mehr vereinsmäßig geführt, sondern straffer als bisher. Die Wehr war nun außer Feuerschutzpolizei auch Hilfspolizeitruppe und hatte als solche auch diesen Dienst auszuführen. Ausländer mußten die Wehr verlassen. Bei jedem Fliegeralarm mußte eine Gruppe beim Spritzenhaus in Alarmbereitschaft stehen. Zum Glück brauchte sie nie eingesetzt werden.

Im Januar 1945 wurde die Einführung einer weiblichen Löschgruppe beschlossen, sowie auch die Erhöhung der Altersgrenze, um die fehlenden Wehrmänner zu ersetzen. Diese Maßnahmen wurden nach dem Kriege wieder aufgehoben.

Am 29. April 1945 begann die Besatzungszeit. Auf Anordnung der Besatzungsmacht wurde die Wehr auf einen aktiven Bestand von 9 Mann beschränkt. Alle übrigen Wehrmänner wurden als Reserve eingesetzt. Ausgeschiedene Kameraden sind später wieder eingetreten. Die Hauptaufgabe der Freiwilligen Feuerwehr war es, sich an den Geräten auszubilden, um schnell und wirksam einsatzfähig zu sein. Durch Besuch von Lehrgängen wurden immer wieder neue Erkenntnisse vermittelt und weitergegeben. Neue Aufgabengebiete, wie Ölunfälle und Hilfe bei Verkehrsunfällen, erfordern besondere Geräte und Unterweisungen.

In den vergangenen 100 Jahren wurden erstaunliche Fortschritte gemacht bei der Bekämpfung von Bränden. Welch gewaltiger Unterschied von der mit Muskelkraft gezogenen Handdruckspritze zum heutigen Tanklöschfahrzeug, oder von der schweren Holzleiter zur Drehleiter. Gleich geblieben ist jedoch das Pflichtbewußtsein und die Einsatzfreude, dem Nächsten in der Not zu helfen.

Das ganze Jahrhundert hindurch spürt man die Sorge der Gemeinde, die Wehr mit dem notwendigen Gerät zu versorgen. Die Geldknappheit war aber von 1883 an bis heute ein großer Hemmschuh, den man immer wieder zu beseitigen wußte. Zur Unterbringung der Ausrüstung baute man in Oberuhldingen ein neues Feuerwehrhaus, das am 28.11.1965 feierlich der Wehr übergeben wurde.

Zehn Jahre später richtete man in Eigenarbeit die „Florianstube“ ein.

Auch die Pflege der Kameradschaft im außerdienstlichen Bereich kommt nicht zu kurz. So gehört die Durchführung eines mehrtägigen Jahresausfluges zur willkommenen Abwechslung.

Am 9./10. Juni 1971 veranstaltete man im Oberhof zu Birnau ein Weinfest, das einen solch guten Anklang gefunden hatte, daß man beschloß, dies jährlich durchzuführen. Diesen Arbeitseinsatz der Wehrmänner und deren Frauen belohnte man mit kameradschaftlichen Veranstaltungen.

Abteilung Unteruhldingen

Altes Gerätehaus Unteruhldingen

Altes Gerätehaus Unteruhldingen

Auch das kleine Fischerdorf Unteruhldingen war im vorigen Jahrhundert um den Feuerschutz seiner Häuser sehr besorgt. Am 10. März 1930 wurde von den Uhldinger Bürgern der Beschluß gefaßt, wie auch in den anderen Gemeinden, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen und man gewährte gleich einen Zuschuß von 600 RM zur Beschaffung einer Kleinmotorspritze.
Die Erarbeitung der Satzung trug das Datum vom 25. Januar 1931.

Im Jahre 1936 plante man auch, einen Schlauchtrockenturm als Dachreiter auf das Torkelgebäude zu bauen, was jedoch vom Bezirksbauamt Konstanz abgelehnt wurde, da der Turm in unmittelbarer Nähe der Kapelle für das Ortsbild untragbar wäre. Bald zog man aber in das von der Gemeinde erworbene Gebäude in die Schulstraße um.

1938 baute man das Gerätehaus aus und installierte eine Schlauchtrockenanlage.

Die Ausrüstung wurde laufend ergänzt, 1942 mit einer Tragkraftspritze TS 8 Goliath III mit Tragkraftspritzenanhänger, sowie einem 8-Sitzer-Horch-Wagen, womit die Wehr selbst einigemale nach Friedrichshafen ausrücken mußte.

Die politischen Änderungen vor und nach dem Kriege hatten auch in der Unteruhldinger Wehr die gleichen Folgen, wie in den zuvor geschilderten Wehr von Oberuhldingen. Nach dem Krieg rief am 05. März 1951 Bürgermeister Josef Wenk die Männer ins Rathaus zusammen, wo man den Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr beschloß. Statt einer Überholung der TS 8 entschloß man sich nach 15 Jahren, ein Magirus-TS 8 Löschfahrzeug mit VW-Motor zu beschaffen, wofür die Gemeinde ca. 20.000 DM investierte. Diese Ergänzungen von Feuerwehrgeräten hoben die Freude am Dienst für den Nächsten.

1972 konnte Bürgermeister Walter Bühler ein neues LF 8-schwer übergeben. So konnte Unteruhldingen eine wohl ausgerüstete Wehr in die Gesamtgemeinde übergeben.

Zur Pflege der Kameradschaft unternahmen die Feuerwehrkameraden Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. In Zusammenarbeit mit anderen Unteruhldinger Vereinen halfen sie bei der Vorbereitung und Durchführung von öffentlichen Festlichkeiten (Strandfest, Hafenfest).

Abteilung Mühlhofen

Altes Gerätehaus Mühlhofen

Altes Gerätehaus Mühlhofen

Schon vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1909 war man in der Gemeinde Mühlhofen bemüht, den Feuerschutz aufs beste zu gewährleisten. Der Gemeinderat von Mühlhofen beschloß am 14. Juni 1866 eine genaue Feuerlöschordnung mit 26 Paragraphen.

Am 14. August 1909 hatten sich 78 Männer in einer Gründungsliste eingetragen. Bereits am 2. Oktober 1909 teilte man die Eingetragenen in drei Mannschaften: 1.) Retter, 2.)  Leitermannschaft und 3.) Spritzenmannschaft ein.

In der auf den 9. Oktober 1909 anberaumten Generalversammlung im Gasthaus „Kreuz“ wählte man den Verwaltungsrat. Die Feuerwehr schloß sich dem Feuerwehr-Kreisverband Konstanz, sowie dem Badischen Landesfeuerwehrverein an. Die Statuten wurden ausgearbeitet, von den Mitgliedern angenommen und vom Bezirksamt genehmigt. Mit großem Eifer besorgte man die Uniformen und sonstige Ausrüstungsgegenstände. Die vorhandenen Löschgerätschaften wurden zum eifrigen Proben benutzt. Über jede Probe wurde ein Protokoll angelegt, in dem die Anwesenheit jedes Feuerwehrmannes verzeichnet war und der Verlauf der Probe geschildert wurde.

Im Jahre 1922 wurde von der Firma Spek eine Motorspritze angeschafft, geliefert von der bekannten Firma Magirus in Ulm. In dankenswerter Weise hatte Fabrikant Spek die Motorspritze allgemein für größere Brände zur Verfügung gestellt.

1926 bekam man eine 2-teilige Leiter von 13,5 m.

1929 wurden die Hydranten eingebaut.

1937 bekam man einen Schlauchtrockenturm und das Spritzenhaus wurde erweitert.

Am 14.7.1951 wurde eine Motorspritze von der Firma Magirus Ulm übergeben.

1959 wurde das alte Feuerwehrhaus abgerissen und bereits am 9.3.1960 beging man das Richtfest für das jetzt bestehende Feuerwehrhaus.

Ein Löschgruppenfahrzeug der Firma Bachert in Friedrichshall ergänzte 1971 die Ausrüstung.
Erwähnenswert sind noch die Beschaffung der Schaumlöschgeräte (1952) und die Grundausstattung zur Ölschadensbekämpfung (1968).

Die Teilnahme an Wettkämpfen wurde mit Eifer betrieben. Die Pflege der Kameradschaft bei geselligem Beisammensein und bei Ausflügen ergänzte die eifrigen Pflichtübungen.