Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen probt Rettung von 27 Personen

Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen probt Rettung von 27 Personen

Bericht Christiane Hartung Südkurier

Bilder: Uwe Neumann, Fotoclub Uhldingen

Gleich mit zwei Drehleitern: Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen probt Rettung von 27 Personen

Die Freiwillige Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen hat an der „Alten Schule“ in Oberuhldingen ihre Jahresübung abgehalten. Große und kleine Feuerwehrmänner und -frauen probten den Löschangriff und die Rettung von 27 eingeschlossenen Personen

Dichter Rauch dringt aus der „Alten Schule“ in Oberuhldingen. Nach einem technischen Defekt im Keller sind die Opfer vom Feuer eingeschlossen und rufen lauthals am Fenster um Hilfe, sogar auf das Dach mussten sich Personen retten. Um das Gebäude herum hat sich bereits eine große Traube Schaulustiger gebildet.

Kein echter Großbrand mit eingeschlossenen Personen

Zum Glück handelt es sich in diesem Fall nur um das Übungsszenario der Jahresübung der Freiwilligen Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen und nicht um einen echten F3, einen Großbrand mit eingeschlossenen Personen. Der Rauch stammt von einer Nebelanlage aus dem Obergeschoss und die Opfer sind Statisten. Auch die Zuschauer sind im Gegensatz zum Realfall ein willkommenes Publikum.

„Bei der Übung können wir der Bevölkerung unsere Präsenz zeigen und die Besucher sind nah dran an der Feuerwehrarbeit“, sagt Kommandant Mischa Kaspar. Gleichzeitig sei die Übung aber auch wichtig für die eigene Koordination.

Neben der örtlichen Feuerwehr und dem DRK Uhldingen-Mühlhofen sind die Martinsjünger aus Meersburg und Daisendorf im Einsatz. Im tatsächlichen Notfall wären laut Einsatzleiter Rudi Koslowski auch die umliegenden Wehren, wie Stetten, Immenstaad und Hagnau aus dem Verwaltungsverband, zur Hilfe geeilt.

Unterstützung der Nachbarwehren entscheidend

„Personalmangel ist auch für die Feuerwehr ein massives Problem“, betont er, daher sei die Unterstützung der Nachbarwehren entscheidend. Von Nachwuchssorgen ist an diesem Nachmittag allerdings nicht zu spüren. Die 22 Kinder der Jugendfeuerwehr zeigen die Entwicklung der Brandbekämpfung von der Eimerkette hin zum Löschfahrzeug.

Bürgermeister Lamm unterstützt Jugendfeuerwehr

Alarmiert durch das Signalhorn versuchen die Kleinsten, das brennende Holzhaus zu löschen. Unterstützung bekommen die Kinder hierbei von Bürgermeister Edgar Lamm. „Das damalige Feuerwehrgesetz sah vor, dass sich der Bürgermeister beim Ertönen des Signalhorns am Brunnen einfindet“, sagt Catharina Koslowski, Leiterin der Kinderfeuerwehr.

Bevor die Jugendfeuerwehr vor den zahlreichen staunenden Kinderaugen demonstriert, wie ein heutiger Löschangriff funktioniert, zeigen die Nachwuchsfeuerwehrmänner und -frauen wie man mit Kübelspritzen löscht. „Ich habe zum ersten Mal ein richtiges Feuer gelöscht“, freut sich die siebenjährige Evelyn Steinhilber, die seit über zwei Jahren bei der Feuerwehr dabei ist.

Über eine besondere Premiere darf sich auch Statistin Angelika Goldstein freuen. Für sie geht es das erste Mal mit der Drehleiter hoch hinaus. „Das Szenario hat sich sehr real angefühlt. Die Rettungskräfte haben sich toll um einen gekümmert“, so Goldstein.

Insgesamt können 27 Personen vor dem Feuer gerettet werden. „So viele Verletzte haben wir noch in keinem Übungseinsatz bergen müssen“, erklärt Koslowski. Die hohe Zahl sei trotz der vorgegebenen Übungsannahme eine echte Herausforderung gewesen.

Nach erfolgreicher Bergung wurden die Verletzten an die Einsatzkräfte des DRK übergeben, die sich um die Erstversorgung kümmern.

Ein Kompliment für die gute Lösch- und Zusammenarbeit erhalten die Kameraden schließlich nicht nur von Einsatzleiter Koslowski und Kommandant Kaspar, sondern auch in musikalischer Form. Lisa Koslowski spielt gemeinsam mit Andreas Sigg hoch oben auf der Drehleiter das bekannte Popstück „Ein Kompliment“ und sorgt damit für den gelungenen Abschluss eines erfolgreichen Einsatzes.

Bei der Lagebesprechung gibt es Lob für die Kameraden – der Brand in der „Alten Schule“ ist aus und alle Personen gerettet.