Brandeinsatz Überlandhilfe (F1)

Brandeinsatz Überlandhilfe (F1)

Am heutigen Mittwoch Abend wurde die Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen zur Überlandhilfe nach Salem-Mimmenhausen zu einem Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus gerufen.

(lbe)

Einsatzart: Brandeinsatz Überlandhilfe (F1)
Kurzbericht: Überlandhilfe Brand Mimmenhausen
Einsatzort: Mimmenhausen (Überlandhilfe)
Alarmierung: am 19.03.2014 um 20:35 Uhr
Fahrzeuge
am Einsatzort:
DLK 23-12
LF 16/12
MTW
alarmierte
Einheiten:
Freiwillige Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen
Freiwillige Feuerwehr Salem
Rettungsdienst
Polizei
Einsatzkräfte: 17

Bericht Feuerwehr Salem: „Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus“

Gegen 20:16 Uhr alarmiert die Leitstelle Bodensee den diensthabenden Zug der freiwilligen Feuerwehr Salem – „unklare Rauchentwicklung im Dachgeschoss!“

Ein aufmerksamer Anwohner hatte zuvor eine starke Rauchentwicklung vom Dachstuhl eines benachbarten Mehrfamilienhauses in Mimmenhausen wahrgenommen.

Rasch warnt dieser die noch sorglosen Bewohner, welche daraufhin ihre Wohnungen zügig verlassen und vor Eintreffen der Feuerwehr sich in Sicherheit befinden. Ein Löschversuch durch den Eigentümer der betroffenen Dachgeschoßwohnung, die zur Zeit unbewohnt ist, misslingt.

Das schnelle Eintreffen der Feuerwehr Salem verhindert ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzende Doppelhaushälfte. 89 Einsatzkräfte sind teilweise bis zu sechs Stunden im Einsatz.

Feuerwehren aus Uhldingen-Mühlhofen und Markdorf unterstützen die Löscharbeiten. Feuerwehreinsatzkräfte aus Heiligenberg und Frickingen stellen zusammen mit der Feuerwehr Salem die Führungsgruppe, die den Einsatzleiter vor Ort bei seinen Aufgaben unterstützt.

Die DRK-Schnelleinsatzgruppe Salemertal betreut betroffene Anwohner und Einsatzkräfte der
Feuerwehr. Ein Rettungswagen der Rettungswache Salem steht für die Notfallversorgung bereit. Die Polizei ermittelt die Brandursache.

Bürgermeister Herr Härle eilt von einer Sitzung in Stuttgart- Schönbuch nach Salem zur Einsatzstelle.

Lange bleibt das entstehende Feuer einer momentan unbewohnten Dachgeschosswohnung in Mimmenhausen unbemerkt. Ein aufmerksamer Nachbar registriert gegen 20:15 Uhr eine starke Rauchentwicklung im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der rechten Doppelhaushälfte. Der Nachbar warnt die nichtsahnenden Bewohner vor der drohenden Gefahr und diese können sich vor Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit bringen, somit sind keine Personen mehr in
Lebensgefahr.

Brand droht außer Kontrolle zu geraten

Der Löschversuch des Eigentümer mit Hilfe von Bekannten scheitert aufgrund der schon weit fortgeschrittenen Brandausdehnung. Die Beteiligten retten sich daraufhin ins Freie. Fünf Minuten nach Alarmierung durch die Rettungsleitstelle trifft das erste Löschgruppenfahrzeug (LF16/20) an der Einsatzstelle ein. Kurze Zeit danach sind die Drehleiter (DLK 23/12), das Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) und der Einsatzleitwagen (ELW 1) an der Einsatzstelle.

Der Dachstuhl steht in Vollbrand, kurz vor Eintreffen des ersten Löschfahrzeuges kam es zur Durchzündung. Flammen lodern, Gebälk ist sichtbar, einzelne Dachziegel fallen herab, ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarte Doppelhaushälfte droht.

Anforderung weiterer Kräfte

Der Einsatzleiter erkennt schnell die prekäre Lage und fordert weitere Löschfahrzeuge und Atemschutzgeräteträger an. Die Alarmierungsstufe wird von F2 auf F3 erhöht.

Ein weiterer Zugalarm durch die Leitstelle fordert den dienstfreien Zug der Feuerwehr Salem an. Der Schlauchwagen (SW2000) und der Rüstwagen (RW2), sowie ein Mannschaftstransportwagen (MTW1), besetzt mit acht zusätzlichen Atemschutzgeräteträgern, rücken kurze Zeit später zur Einsatzstelle nach. Alarm für die Einsatzabteilungen Beuren und Weildorf zur Sicherstellung des Brandschutzes oder um weitere Hilfeleistungseinsätze im Gemeindegebiet übernehmen zu können.

Im Rahmen der Überlandhilfe rücken die Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen mit einem Tanklöschfahrzeug und einer weiteren Drehleiter zur Einsatzstelle aus, sowie die Feuerwehr Markdorf mit dem Gerätewagen Atemschutz (GWA).

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenberg und Frickingen, die sich kurz zuvor zu einer Probe der übergemeindlichen Führungsgruppe Salem im zentralen Gerätehaus Salem eingefunden hatten, besetzen zusammen mit Feuerwehrsprechfunker aus Salem den Einsatzleitwagen und unterstützen den Einsatzleiter vor Ort. Aufrechterhalten der Kommunikationsverbindung zur Leitstelle, Kräftenachforderung, Führen einer Lagekarte, Kräfteübersicht, Einsatztagebuch und Schadenskonto sind ihre Aufgaben.

Brandbekämpfung unter Atemschutz

Während weitere Kräfte nachrücken, rüsten sich Atemschutzgeräteträger der ersteingetroffenen Löschfahrzeuge aus, Löschschläuche werden ausgerollt, Verteiler gesetzt, Feuerlöschkreiselpumpen heulen auf. C-Schläuche, gefüllt mit Löschwasser, führen durch das Treppenhaus nach oben zum Brandherd.

Unter Atemschutz bekämpfen die Floriansjünger das Feuer im Dachgeschoss, eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn dichter Rauch behindert zusätzlich die Sicht und macht den Einsatz der Wärmebildkamera erforderlich. Ein schnelles Vordringen zum Brandherd ist zeitweise von innen her nicht möglich, da sich das Feuer über die Zwischenräume ausbreitet.

Eingesetzte Atemschutztrupps schaffen Öffnungen in Wänden und Decken um das Feuer mit dem Hohlstrahlrohr löschen zu können. Der Zutritt zum Dachboden bleibt verwehrt, da die dazugehörende Aufstiegsleiter der Luke durch die Hitzeentwicklung im Dachfirst instabil geworden ist. Ein weiteres Vordringen ist vorerst zu gefährlich. Dachziegel und verkohltes Gebälk fallen auf die eingezogene Zwischendecke herunter.

Um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern, versuchen Atemschutzgeräteträger mit Hilfe der Drehleiter von außen über das Dach an den Brandherd zu gelangen. Dachziegel werden vom Dachstuhl entfernt um das Dach zu öffnen.

Ein weiterer Atemschutztrupp übernimmt die Aufgabe der Riegelstellung und begibt sich in die benachbarte Doppelhaushälfte ins Dachgeschoss, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Zwei benzinbetriebene Druckbelüfter drücken giftigen Brandrauch aus dem Gebäude.

Löschwasserversorgung für mehrere Einsatzfahrzeuge

Die Löschwasserversorgung ist rasch aufgebaut, alle in der Nähe liegenden Hydranten speisen mehrere Löschfahrzeuge mit Wasser.

Um eine Überlastung der Wassernetze durch eine weitere Löschwasserversorgung zu vermeiden, legt die Besatzung des Schlauchwagens (SW 2000) eine doppelte Schlauchleitung von einem weit entfernten Hydranten zur Einsatzstelle, für den Fall, dass das Feuer übergreift und größere Mengen an Löschwasser schnell notwendig werden.

Einsatztaktik des Einsatzleiters geht auf

Der zur Einsatzstelle geeilte Kreisbrandmeister Herr Nöh steht dem Einsatzleiter beratend zur Seite. Ein weiteres Vorgehen stimmt der Einsatzleiter mit Hilfe der Führungsgruppe und dem Kreisbrandmeister ab. Einsatzabschnitte werden gebildet, um die Übersicht und Koordinierung der eingesetzten Kräfte zu gewährleisten, so wie ein schnelles Abarbeiten von einsatztaktischen Maßnahmen zu ermöglichen.

Die eingeleiteten Maßnahmen und die gewählte Einsatztatik des Einsatzleiters zeigen erste Erfolge. Nach ca. 1 1/2 Stunden ist das Feuer unter Kontrolle, ein Übergreifen auf das angrenzende Gebäude konnte verhindert werden. Die Nachlöscharbeiten gestalten sich als schwierig, Atemschutzgeräteträger öffnen Wände und Decken, um an die noch bestehenden Glutnester in den Zwischenräumen zu gelangen. Mit der neuangeschafften Wärmebildkamera suchen Löschtrupps nach weiteren Glutnestern und kontrollieren abgelöschte Bereiche nach Hitzeherden. Immer wieder lodern Flammen auf, die rasch abgelöscht werden. Das Einsatzende ist langsam in Sicht. Erste Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge können die Einsatzstelle wieder verlassen. Der Gerätewagen Transport (GWT) verlastet die ersten Schläuche, löschwasserversorgende Leitungen werden abgebaut.

Sonstiges

Zeitweise sind bis zu 15 Atemschutzgeräteträger im Einsatz. 14 ABEC3-Filtermasken verbrauchen die Wehrmänner bei Nachlöscharbeiten.

Die DRK-Schnelleinsatzgruppe Salemertal betreut mit 14 Sanitätern die betroffenen Bewohner und kontrolliert die Kreislaufwerte bei den aus dem Einsatz kommenden Atemschutzgeräteträgern.

Ein Rettungswagen der Rettungswache Salem sichert mit zwei Rettungsfachkräften die Notfallversorgung vor Ort.

Da Bürgermeister Herr Härle in einer Sitzung in Stuttgart-Schönbuch ist, eilt sein Stellvertreter Herr Frick zur Einsatzstelle und schaut nach Unterkunftsmöglichkeiten für die geschädigten Bewohner. Diese können vorerst bei Bekannten und in einer Ferienwohnung unterkommen. Herr Härle macht sich von Stuttgart aus auf den Rückweg nach Salem zur Einsatzstelle. Vertreter der Presse sind ebenfalls an der Einsatzstelle, erste Berichte und Bilder erscheinen im Internet, während der Einsatz noch andauert. Mit drei Streifenwagen sichert die Polizei die Einsatzstelle. Zwei Beamte der Kriminalpolizei nehmen Ermittlungen zur Brandursache auf. Brandursache unklar.

Einsatzkräfte vor Ort: 81
In Bereitschaft im Gerätehaus: 8
Insgesamt 89, davon 50 Feuerwehr Salem.